Multikocher

Multikocher richtig benutzen

Befüllen, Druckgaren und Reinigen Schritt für Schritt

Ein Multikocher brät an, gart unter Druck, dämpft und schmort, und das alles in einem Topf. Gerade am Anfang sorgen Ventil, Mindestfüllmenge und Druckablass aber oft für Unsicherheit. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du deinen Multikocher richtig befüllst, das passende Programm wählst, den Druck sicher ablässt und das Gerät danach so reinigst, dass der Dichtungsring lange dicht bleibt.

Lesezeit: ca. 5 Minuten 06.10.2026

Kurz erklärt:

Warum Flüssigkeit und Füllhöhe entscheiden

Beim Druckgaren entsteht aus der Flüssigkeit im Topf Dampf. Weil der Deckel dicht schließt, steigt der Druck und mit ihm die Temperatur, das Essen gart deutlich schneller als im offenen Topf. Ohne ausreichend dünne Flüssigkeit wie Wasser oder Brühe kann sich kein Druck aufbauen. Die nötige Mindestmenge nennt der Hersteller, häufig liegt sie bei etwa einer Tasse. Fehlt sie, brechen viele Geräte ab und melden einen Anbrennschutz.

Genauso wichtig ist die Füllhöhe. Der Topf braucht oben Raum für den Dampf, deshalb gilt die Maximalmarkierung im Innentopf. Bei Zutaten, die aufquellen oder schäumen, etwa Reis, Hülsenfrüchte oder Nudeln, füllst du noch weniger ein. Zu volle Töpfe können das Ventil verstopfen und brauchen sehr lange, bis sie Druck aufbauen.

Unser Tipp

Rechne die Aufheizzeit mit ein. Bevor die eingestellte Garzeit läuft, baut das Gerät erst Druck auf, je nach Füllmenge dauert das einige Minuten.

Nach dem Anbraten löschst du den Topfboden mit etwas Flüssigkeit ab und löst den Bratensatz mit einem Holzlöffel. So meldet das Gerät später kein Anbrennen, und die Sauce bekommt mehr Geschmack.

✓ Das solltest du tun

Dichtungsring und Ventil vor jedem Druckgaren prüfen und die Mindestmenge an Flüssigkeit einfüllen. Den Deckel hörbar verriegeln und das Ventil auf Verschließen stellen. Beim Dampfablassen Hände und Gesicht fernhalten und den Deckel immer vom Körper weg öffnen.

X Das solltest du vermeiden

Den Topf über die Maximalmarkierung füllen oder den Deckel mit Gewalt öffnen, solange noch Druck im Gerät ist. Den Multikocher direkt unter Hängeschränken betreiben, denn der austretende Dampf ist sehr heiß. Sahne, Milch oder Saucenbinder schon vor dem Druckgaren zugeben.

Schritt für Schritt:

So gelingt dein erstes Gericht

Diese drei Schritte gelten für das Druckgaren, die häufigste Funktion. Mindestfüllmenge, Ventilstellung und Programme unterscheiden sich je nach Modell, die genauen Angaben stehen in der Bedienungsanleitung deines Geräts.

Anbraten und Topf befüllen

Brate Fleisch, Zwiebeln oder Gemüse im Anbratprogramm direkt im Innentopf an. Lösche mit Wasser oder Brühe ab und löse den Bratensatz vom Boden. Gib die übrigen Zutaten dazu und achte darauf, dass genug dünne Flüssigkeit im Topf ist und die Maximalmarkierung nicht überschritten wird.

Deckel schließen und Programm starten

Prüfe, ob der Dichtungsring sauber und gleichmäßig im Deckel sitzt. Setze den Deckel auf, verriegle ihn und stelle das Ventil auf Verschließen. Wähle das Druckprogramm und die Garzeit und starte. Das Gerät heizt auf, baut Druck auf und zählt erst dann die Zeit herunter.

Druck ablassen und öffnen

Nach Ablauf der Zeit lässt du den Druck entweder von selbst abfallen oder öffnest das Ventil vorsichtig, am besten mit einem Kochlöffel. Erst wenn der Druckanzeiger gesunken ist, lässt sich der Deckel drehen. Öffne ihn vom Körper weg, rühre um und schmecke ab.

Profi Tipps

Natürlicher oder schneller Druckablass

Beim natürlichen Druckablass lässt du das Gerät nach dem Garen einfach stehen, bis der Druck von selbst gesunken ist. Das dauert je nach Füllmenge etwa zehn bis zwanzig Minuten und eignet sich für Fleisch, Eintöpfe, Hülsenfrüchte und alles, was stark schäumt.

Beim schnellen Druckablass öffnest du das Ventil von Hand, der Dampf entweicht in einem kräftigen Strahl. Das passt zu Gemüse, Fisch und Nudeln, die sonst weitergaren und zu weich werden.

Oft bewährt sich die Mischung: einige Minuten warten, dann den Rest ablassen. Während der Wartezeit gart das Essen weiter, plane das bei empfindlichen Zutaten ein.

Kleine Kniffe und typische Fehler

Baut das Gerät keinen Druck auf, liegt es meist am Dichtungsring oder am Ventil. Sitzt der Ring nicht richtig, entweicht Dampf am Deckelrand. Steht das Ventil noch auf Ablassen, pfeift der Dampf oben heraus.

Dicke Saucen wie Tomatensauce oder Kokosmilch brennen am Boden leicht an. Gib sie obenauf und rühre vor dem Druckgaren nicht um, oder ergänze etwas Wasser.

Stärke, Mehl, Sahne und Käse kommen erst nach dem Druckgaren in den Topf. Zum Andicken schaltest du auf das Anbratprogramm und lässt die Sauce offen einkochen.

Garzeiten für den Schnellkochtopf lassen sich meist übernehmen. Für herkömmliche Rezepte gilt als grobe Orientierung etwa ein Drittel der üblichen Kochzeit, die erste Portion solltest du prüfen und bei Bedarf einige Minuten nachgaren.

Tiefgekühltes Fleisch kann direkt in den Topf, braucht aber länger zum Aufheizen und eine längere Garzeit. Große gefrorene Stücke gart das Gerät außen schneller als innen, kleinere Stücke gelingen gleichmäßiger.

Reinigung, Zubehör und besondere Situationen

Zieh nach dem Abkühlen den Stecker und reinige Innentopf, Deckel und Dichtungsring nach jedem Gebrauch. Den Ring nimmst du dazu aus dem Deckel, er nimmt Gerüche leicht an. Prüfe auch das Ventil und den Auffangbehälter für Kondenswasser. Das Gehäuse mit dem Heizelement wischst du nur feucht ab.

Riecht der Dichtungsring nach Curry oder Knoblauch, hilft Lüften oder ein Durchgang mit Wasser und etwas Zitrone. Wer oft süß und herzhaft kocht, nutzt zwei Ringe. Wird der Ring rissig oder hart, tauschst du ihn aus.

Praktisches Zubehör sind ein Dämpfeinsatz, ein Ersatzring und Silikonhandschuhe für den heißen Innentopf.

Den passenden Multikocher finden

Welcher Multikocher zu dir passt, hängt zuerst von der Haushaltsgröße ab. Für ein bis zwei Personen genügt ein kleiner Topf, Familien und alle, die gern vorkochen, sind mit einem größeren Fassungsvermögen besser bedient. Bedenke dabei, dass der Topf beim Druckgaren nie ganz gefüllt werden darf.

Danach entscheiden die Funktionen. Druckgaren, Anbraten, Dampfgaren und Slow Cooking gehören meist zur Grundausstattung. Manche Modelle können zusätzlich mit Heißluft frittieren und backen, brauchen dafür aber mehr Platz. Im Alltag zahlen sich ein spülmaschinengeeigneter Innentopf, ein gut erreichbares Ventil und übersichtliche Programme aus.

Darauf kommt es an:

✔ Fassungsvermögen passend zur Haushaltsgröße
✓ Druckgaren, Anbraten, Dampfgaren, Slow Cooking
✓ Heißluft-Funktion, wenn du frittieren möchtest
✓ Innentopf spülmaschinengeeignet und robust
✓ Sicherer, gut erreichbarer Druckablass
✓ Stellfläche und Höhe mit geöffnetem Deckel